Die Diskussion um die Zukunft der EU-Agrarsubventionen

Es ist gerade wieder einmal hohe Zeit für Agrarjournalisten; es geht um viel, darum, wie zukünftig die EU-Agrarsubventionen verteilt werden sollen. Die Subventionen machen den größten Posten im EU-Haushalt aus.

Das, was als ergebnisoffener, kritischer Diskurs dazu simuliert wird, lässt wichtige Aspekte aus. Bisher werden die Subventionen zu 90 Prozent einfach nach der Größe der Betriebe ausgezahlt, rund 10 Prozent werden nach gewissen „ökologischen“ Kriterien prämiert. Dieses System funktioniert so seit ca. 25 Jahren. Weiterlesen

Was ist nachhaltige Landwirtschaft? Zweiter Teil – Infektiöse Krankenhauskeime, Resistenz gegenüber Antibiotika und landwirtschaftliche Intensivtierhaltung

Als ich 1980 im Rahmen meines Studiums der Agrarwissenschaften in Göttingen die Grundlagen der Tierernährung durch den damaligen Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Günther hörte, nahm dieser dabei klar zum Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung, vor allem in der intensiven Schweine- und Geflügelhaltung  Stellung. Diese Verabreichung müsse massiv reduziert werden, ansonsten würde der Einsatz dazu beitragen, daß viele bakterielle Erreger in der Humanmedizin resistent gegenüber den eingesetzten Antibiotika würden. Weiterlesen

Was ist nachhaltige Landwirtschaft?

Erster Teil – Nährstoffbilanzen und klimarelevante Spurengase

Einleitung

Die Ernährung der Weltbevölkerung erfolgt auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, auf Ackerflächen und Grünland, daher der Begriff Landwirtschaft. Eine nicht landgebundene Nahrungsmittelerzeugung kann es aus Gründen der Rohstoff- und Energiebewirtschaftung allenfalls für wenige Sonderkulturne geben (Beispiel: Glashauskultur von Tomaten auf Kunstsubstrat mit Nährlösung).

Eine Bewirtschaftung ist dann nachhaltig, wenn diese langfristig stabil geführt werden kann. Der Gegensatz dazu ist kurz- oder mittelfristiges Wirtschaften.  Weiterlesen

Agrarindustrie, Regierungshandeln und mediale Propaganda in Deutschland

Nach den zahlreichen positiven Corona-Tests bei Mitarbeitern von Großschlachthöfen richtet sich der mediale Blick wieder einmal kurzzeitig auf die Agrar- und Fleischindustrie.

Die Titelzeile der FAZ-Wochenendausgabe vom 27.06.2020 lautete dazu: „Klöckner: Es wird keine zweite Chance für die Fleischindustrie geben.“

Diese Stellungnahme der Landwirtschaftsministerin hat zwei Aspekte: Erstens die Aussage einer von verschiedenen Lobbygruppen getriebenen Ministerin und zweitens die Suggestion, dass die Ministerin die Fleischindustrie zu Reformen zwingt. Weiterlesen

Die Klimapolitik der Bundesregierung und ihrer Parteien, einschließlich der Grünen Partei schützt nicht das Klima

Im Folgenden nehmen wir an, daß der anthropogene Ausstoß von klimarelevanten Gasen wie Kohlendioxid (CO2), Lachgas (N2O) und Methan (CH4) einen meßbaren Einfluss auf das erdoberflächennahe Klima hat. Im wissenschaftlichen Fachdiskurs ist das eine strittige Hypothese. Anhand dieser Hypothese können wir jedoch überprüfen, wie sinnvoll und ernstgemeint die bundesdeutsche Klimapolitik ist. Die von der Umweltministerin Schulze verwendete Phrase „ … klimaverträglich aus der Corona Pandemie…“ deutet an, welch hohen Stellenwert die Klimapolitik für die gegenwärtige Bundesregierung hat. Weiterlesen

Was vermeintliche Experten so über Landwirtschaft von sich geben

Warum geht es in der öffentlichen Diskussion, soweit es die Landwirtschaft betrifft, nicht um den Kern der Probleme? Warum gibt es vor allem Diskussionen um aufgebauschte  Gegensätze, die genauer betrachtet nicht  gegensätzlich sind, sondern auf denselben Auffassungen aufbauen? Ein Grund dafür dürfte in der Art der Wahl und der Bestellung von „Experten“ für den Diskurs über Landwirtschaft liegen. Weiterlesen

Die öffentlich diskutierten agrarpolitischen Vorstellungen in Deutschland weichen wenig voneinander ab!

In der aktuellen Situation erhält Agrarpolitik wieder eine größere Bedeutung. Die fast nur in landwirtschaftlichen Fachmedien verbreitete Nachricht, daß Rußland und die Ukraine, beides bisher große Getreideexporteure, den Export von Weizen, Gerste, Roggen und Mais bis zur nächsten Ernte einstellen, unterstreicht dies.

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Ist der Preis für Lebensmittel zu niedrig?

Vertreter fast aller Parteien in Deutschland fordern nach den großen Traktordemonstrationen der Landwirte höhere Lebensmittelpreise und tun dabei so, als ob es ihnen um die Erhöhung der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise ginge. Aber sie tun nur so!

Das eine, die Lebensmittelpreise im Lebensmitteleinzelhandel, haben mit dem anderen, nämlich den Preisen für die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise wenig zu tun. Weiterlesen

Warum geben so viele landwirtschaftliche Betriebe auf?

Gegenwärtig gibt es eine gewisse Diskussion um die Landwirtschaft in Deutschland, nicht zuletzt angetrieben von den großen Traktor- Demonstrationen mit mehreren tausend Traktoren im letzten Quartal 2019; beispielsweise in Bonn oder Berlin organisiert von einer Bewegung „Land schafft Verbindung“.

Im Januar 2020 werden Kritiker der gegenwärtigen Agrarpolitik wieder unter dem Titel „Wir haben es satt“ in Berlin demonstrieren. Darunter werden sich auch 50 bis 150 Traktoren, Umweltverbände, Öko-Anbauverbände, weitere NGO´s und regelmäßig auch ein Block grüner Parteimitglieder befinden. Weiterlesen

Zum Beitrag: Gerke, 2019, „Der Boden als Kohlenstoffspeicher“ im Dezemberheft der Zeitschrift Tumult!

 

Die bundesdeutsche Politik vermittelt seit einigen Monaten den Eindruck, daß sie alle notwendigen Maßnahmen ergreift, den Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentrationen zu begrenzen. Dazu soll die Verbrennung fossiler Rohstoffe eingeschränkt und noch stärker besteuert werden.

Jedoch wird weltweit der Anstieg der CO2– Konzentrationen von unter 0,03 Vol% auf rund 0,04 Vol% zum größeren Teil durch Bodendegradation, Mineralisierung der organischen Bodensubstanz und nachfolgender CO2– Freisetzung bewirkt, durch die Abholzung der Wälder, und durch den Umbruch von Steppen, Savannen und Prärien.

Während sich die Politik und ihre Helfershelfer in den etablierten Medien auf die Verbrennung fossiler Energien konzentriert, gibt es dazu kein, aber auch nicht das geringste Konzept, durch eine geänderte Bewirtschaftung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen die C- Speicherung zu erhöhen. Der Beitrag zeigt hohe Potentiale dazu auf und entlarvt unmissverständlich den Sachverhalt, daß es der bundesdeutschen Politik und ihren medialen Helfern in der aktuellen Diskussion nicht um Klimaschutz geht.