Kategorie-Archiv: Allgemein

Agrar-Europe vom 10.6. 2015 – Ost-Länder vereinbaren Kooperation in der Bodenpolitik – Zu den Hintergründen-

Nach Angaben der Presseagentur Agrar-Europe haben die Landwirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt (S-A), Brandenburg (Br) und Mecklenburg-Vorpommern (M-V) eine enge Abstimmung in der Bodenpolitik vereinbart. Grund seien Fehlentwicklungen auf dem Bodenmarkt, wobei die Vorschriften des Grundstückverkehrsgesetzes zunehmend durch Anteilsverkäufe unterlaufen würden. Hier gäbe es Handlungsbedarf, den Br nach Aussagen des Pressesprechers des Ministeriums „untergesetzlich“ zu regeln versuchen würde. Weiterlesen

Niemand hat die Absicht, landwirtschaftlichen Großgrundbesitz in Ostdeutschland zu schaffen? Zu einer Broschüre zum Landwirtschaftlichen Boden der Bundestagsfraktion „Die Linke“, Plan B, Zugang zum Boden

Für die aus der SED hervorgegangene Linke ist der landwirtschaftliche Boden in Ostdeutschland von besonderer Bedeutung.

In der aktuellen Broschüre wendet sich die Linke vermeintlich gegen Landgrabbing (landwirtschaftlicher Ausverkauf an externe Investoren) auch in Ostdeutschland und behauptet, für eine breite Streuung landwirtschaftlichen Eigentums zu arbeiten.

Betrachtet man die Broschüre jedoch insgesamt, so geht es den Linken weniger um die Bekämpfung des Landgrabbings in Ostdeutschland, sondern um eine weitere Privilegierung  einer kleinen Gruppe neuer ostdeutscher Großgrundbesitzer, vor allem ehemalige DDR-Agrarnomenklaturkader, einige westdeutsche Agrarfunktionäre und externe Agrarinvestoren wie die Entsorgerfamilie Rethmann,der Möbelkonzern Steinhoff oder die Aktiengesellschaft KTG Agrar. Weiterlesen

Zu dem im März 2015 verabschiedeten Papier der Bund-Länder-Agrarministerkonferenz: Landwirtschaftliche Bodenmarktpolitik – Allgemeine Situation und Handlungsoptionen

Die Stellungnahme der Deutschen Agrarminister enthält etwas fundamental Neues.Auf Seite 90 dieser Stellungnahme ist, unter dem Punkt BVVG-Flächen, ein Vorschlag formuliert: „Kündigung aller Pachtverträge von BVVG- und Landesflächen und beschränkte Ausschreibungen dieser Flächen an alle bisher bei der Flächenverteilung benachteiligten Betriebe und Betriebsneugründungen“. Weiterlesen

Bäuerliche Landwirtschaft- zum Begriff und zu ihrer Zukunft

Einleitung

Bäuerliche Landwirtschaft war lange Zeit ein Begriff für eine rückwärts gewendete Wirtschaftsweise. Diese wird aber in zunehmendem Maße positiv besetzt, man kann sagen, daß bäuerliche Landwirtschaft in Mode gekommen ist. Dies gilt, seit sich mit einer industrialisierten Landwirtschaft in einigen Regionen Europas das Gegenmodell zur bäuerlichen Landwirtschaft durchgesetzt hat, so auch in Ostdeutschland. Weiterlesen

Landwirtschaftliche Großgrundbesitzstrukturen in Europa: Entstehungsbedingungen und weitere Entwicklung

Bis heute ist die bäuerliche Landwirtschaft im Familienbetrieb in Westeuropa und Teilen Mittel- und Südeuropas das zentrale Wirtschaftsmodell der Landwirtschaft.

Auf der anderen Seite gilt für die Europäische Union (EU) der 27 Länder, daß  das eine Prozent der größten Landwirtschaftsbetriebe 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) bewirtschaftet, und daß die drei Prozent  der größten Betriebe der EU 50 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Besitz haben. Zusätzlich besitzen die 80 Prozent der kleineren Betriebe nur 14,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche (s. agrarian jusitice, the state of land in Europe, vom 14.04.2014).

Es gibt also eine starke Landkonzentration, einen ausgeprägten Großgrundbesitz in Europa. Weiterlesen

Entwicklungspolitik online-epo vom 23.10. 2014: Familienlandwirtschaft wird als ein Trugbild und Schimäre bezeichnet

Anlass für diesen Beitrag auf der epo-Internetseite ist das Motto dieses UN-Jahres, „Family Farming“.
Der epo-Beitrag beschreibt nicht nur Familienlandwirtschaft als Trugbild und Schimäre, er unterstellt, daß Familienlandwirtschaft und bäuerliche Landwirtschaft grundsätzlich verschieden sind. Hier wird ein Weltbild aufgebaut, das zur Diskreditierung von Landwirtschaft im Familienbetrieb geeignet ist. Weiterlesen

Antibiotika-Resistenz durch industrielle Tierhaltung – das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt und die Politik ignoriert das Plädoyer für bäuerliche Landwirtschaft

Befürwortern einer mittelständischen bäuerlichen Landwirtschaft als Gegenpoolzu einer agrarindustriellen Produktion wird häufig der Vorwurf gemacht, die Realität der landwirtschaftlichen Produktion aus dem Auge zu verlieren. Bäuerliche Landwirtschaft ist in Deutschland noch dominierend, 90% der Betriebe sind bäuerliche Betriebe, die 65% der landwirtschaftlichen Nutzfläche bewirtschaften. Die bäuerliche Bewirtschaftung wird aber, auch aufgrund des Erbes der DDR, nämlich der Zwangskollektivierung und dem Bauernlegen, durch die agrarindustrielle Bewirtschaftung verdrängt, verdrängt aufgrund der besonderen Subventionierung der agrarindustriellen Produktion durch EU- Agrarbeihilfen und die ostdeutsche Bodenpolitik. Aber die agrarindustrielle Produktion kommt an ihre Grenzen. Weiterlesen

Agrarökonomische Forschung zur ostdeutschen Landwirtschaft- Ausblendung und geringes Niveau

Die ostdeutsche Bodenpolitik nach 1990 ist zentral für die agrarstrukturelle Entwicklung dort. Während von 1996 bis 2009 die BVVG im Osten gute, arrondierte Ackerflächen zu Preisen von 1000- 3500 €/ha vor allem an Großbetriebe verkaufte, lagen die Preise für vergleichbare Flächen auf dem freien Markt in Ostdeutschland um den Faktor 5 höher, in Westdeutschland um mehr als den Faktor 10 höher. Weiterlesen

Wie lassen sich Fehlentwicklungen und Exzesse in der Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie korrigieren?

Ein Kommentar zu der Forderung der „Entprivatisierung der Nahrung“ von Mathias Greffrath im Deutschlandfunk vom 1.5. 2014
Unter der Überschrift „Der Aufstand der Satten“ vollzieht Greffrath hier ein „Nachdenken über unser täglich Brot“. Ausgangspunkt für den Beitrag ist die mittlerweile jährliche Demonstration im Januar in Berlin unter dem Motto „Wir haben Agrarindustrie satt“ an der 2014 rund 30.000 Menschen teilnahmen, nach Greffrath mehr als auf der 1. Mai- Kundgebung des DBG. Weiterlesen