Niemand hat die Absicht, landwirtschaftlichen Großgrundbesitz in Ostdeutschland zu schaffen? Zu einer Broschüre zum Landwirtschaftlichen Boden der Bundestagsfraktion „Die Linke“, Plan B, Zugang zum Boden

Für die aus der SED hervorgegangene Linke ist der landwirtschaftliche Boden in Ostdeutschland von besonderer Bedeutung.

In der aktuellen Broschüre wendet sich die Linke vermeintlich gegen Landgrabbing (landwirtschaftlicher Ausverkauf an externe Investoren) auch in Ostdeutschland und behauptet, für eine breite Streuung landwirtschaftlichen Eigentums zu arbeiten.

Betrachtet man die Broschüre jedoch insgesamt, so geht es den Linken weniger um die Bekämpfung des Landgrabbings in Ostdeutschland, sondern um eine weitere Privilegierung  einer kleinen Gruppe neuer ostdeutscher Großgrundbesitzer, vor allem ehemalige DDR-Agrarnomenklaturkader, einige westdeutsche Agrarfunktionäre und externe Agrarinvestoren wie die Entsorgerfamilie Rethmann,der Möbelkonzern Steinhoff oder die Aktiengesellschaft KTG Agrar. Weiterlesen

Zu dem im März 2015 verabschiedeten Papier der Bund-Länder-Agrarministerkonferenz: Landwirtschaftliche Bodenmarktpolitik – Allgemeine Situation und Handlungsoptionen

Die Stellungnahme der Deutschen Agrarminister enthält etwas fundamental Neues.Auf Seite 90 dieser Stellungnahme ist, unter dem Punkt BVVG-Flächen, ein Vorschlag formuliert: „Kündigung aller Pachtverträge von BVVG- und Landesflächen und beschränkte Ausschreibungen dieser Flächen an alle bisher bei der Flächenverteilung benachteiligten Betriebe und Betriebsneugründungen“. Weiterlesen

Bäuerliche Landwirtschaft- zum Begriff und zu ihrer Zukunft

Einleitung

Bäuerliche Landwirtschaft war lange Zeit ein Begriff für eine rückwärts gewendete Wirtschaftsweise. Diese wird aber in zunehmendem Maße positiv besetzt, man kann sagen, daß bäuerliche Landwirtschaft in Mode gekommen ist. Dies gilt, seit sich mit einer industrialisierten Landwirtschaft in einigen Regionen Europas das Gegenmodell zur bäuerlichen Landwirtschaft durchgesetzt hat, so auch in Ostdeutschland. Weiterlesen

Landwirtschaftliche Großgrundbesitzstrukturen in Europa: Entstehungsbedingungen und weitere Entwicklung

Bis heute ist die bäuerliche Landwirtschaft im Familienbetrieb in Westeuropa und Teilen Mittel- und Südeuropas das zentrale Wirtschaftsmodell der Landwirtschaft.

Auf der anderen Seite gilt für die Europäische Union (EU) der 27 Länder, daß  das eine Prozent der größten Landwirtschaftsbetriebe 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) bewirtschaftet, und daß die drei Prozent  der größten Betriebe der EU 50 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Besitz haben. Zusätzlich besitzen die 80 Prozent der kleineren Betriebe nur 14,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche (s. agrarian jusitice, the state of land in Europe, vom 14.04.2014).

Es gibt also eine starke Landkonzentration, einen ausgeprägten Großgrundbesitz in Europa. Weiterlesen

Entwicklungspolitik online-epo vom 23.10. 2014: Familienlandwirtschaft wird als ein Trugbild und Schimäre bezeichnet

Anlass für diesen Beitrag auf der epo-Internetseite ist das Motto dieses UN-Jahres, „Family Farming“.
Der epo-Beitrag beschreibt nicht nur Familienlandwirtschaft als Trugbild und Schimäre, er unterstellt, daß Familienlandwirtschaft und bäuerliche Landwirtschaft grundsätzlich verschieden sind. Hier wird ein Weltbild aufgebaut, das zur Diskreditierung von Landwirtschaft im Familienbetrieb geeignet ist. Weiterlesen

Die Angst der ostdeutschen Agrarfunktionäre vor Diskussion und Aufdeckung

Die ostdeutsche „Bauernzeitung“ ist die Zeitung der ostdeutschen Landesbauernverbände, beide Institutionen mit einer unrühmlichen DDR- Vorgeschichte.
Der Chefredakteur der Bauernzeitung, Tanneberger, hat in Heft 34/2014 einige Äußerungen des agrarpolitischen Sprechers der bündnisgrünen Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorf, kommentiert. Weiterlesen

Die Skandalchronik der Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (BVVG);- das Beispiel des Milchhofes Saul in Sachsen-Anhalt

Die Behinderung bäuerlicher Existenzgründungen in Ostdeutschland und deren weitere Beeinträchtigung durch die Bodenpolitik der ostdeutschen Bundesländer in Bezug auf die BVVG- Flächen und landeseigenen Flächen ist mehrfach beschreiben worden.
Aber die Akteure in diesem Spiel, die ostdeutschen Landesregierungen und die BVVG- Niederlassungen gehen in Einzelfällen noch weiter bis zur Existenzvernichtung eines Familienbetriebes, wie im Fall der Familie Saul. Weiterlesen

Der Titelbeitrag in der Tageszeitung „taz“ vom 31.5. 2014 über das „Ackerkartell“ und die konservativen „Leitmedien“ FAZ und Welt

Die taz hat in ihrem Titelbeitrag („Die Saat ist aufgegangen“) vom 31.5. 2014 etwas vollbracht, was andere überregionale Tageszeitungen und Magazine seit 15 Jahren nicht mehr thematisieren, eine kritische Berichterstattung über die ostdeutsche Landwirtschaft und die wesentlichen Subventionsstrukturen, die diese Landwirtschaft erst möglich machen. Weiterlesen

Antibiotika-Resistenz durch industrielle Tierhaltung – das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt und die Politik ignoriert das Plädoyer für bäuerliche Landwirtschaft

Befürwortern einer mittelständischen bäuerlichen Landwirtschaft als Gegenpoolzu einer agrarindustriellen Produktion wird häufig der Vorwurf gemacht, die Realität der landwirtschaftlichen Produktion aus dem Auge zu verlieren. Bäuerliche Landwirtschaft ist in Deutschland noch dominierend, 90% der Betriebe sind bäuerliche Betriebe, die 65% der landwirtschaftlichen Nutzfläche bewirtschaften. Die bäuerliche Bewirtschaftung wird aber, auch aufgrund des Erbes der DDR, nämlich der Zwangskollektivierung und dem Bauernlegen, durch die agrarindustrielle Bewirtschaftung verdrängt, verdrängt aufgrund der besonderen Subventionierung der agrarindustriellen Produktion durch EU- Agrarbeihilfen und die ostdeutsche Bodenpolitik. Aber die agrarindustrielle Produktion kommt an ihre Grenzen. Weiterlesen

Agrarökonomische Forschung zur ostdeutschen Landwirtschaft- Ausblendung und geringes Niveau

Die ostdeutsche Bodenpolitik nach 1990 ist zentral für die agrarstrukturelle Entwicklung dort. Während von 1996 bis 2009 die BVVG im Osten gute, arrondierte Ackerflächen zu Preisen von 1000- 3500 €/ha vor allem an Großbetriebe verkaufte, lagen die Preise für vergleichbare Flächen auf dem freien Markt in Ostdeutschland um den Faktor 5 höher, in Westdeutschland um mehr als den Faktor 10 höher. Weiterlesen